Bitte verlass mich nicht - Angst vor dem alleine sein


Heute wird es wieder ganz persönlich. Dieses mal möchte ich mit dir über meine Ängste reden.
Mein Leben wird durch so einige Phobien geprägt. Höhenangst, die Furcht vor Spinnen oder Clowns... Aber den größten Horror habe ich vor dem Allein sein. Vielleicht geht es dir ja auch so. Natürlich ist es manchmal angenehm einfach mal für sich zu sein. Doch das Wissen, es ist niemand da und es wird niemand kommen, macht mir große Sorgen. Warum das so ist, möchte ich dir heute erzählen.


Bitte verlass mich nicht


Sagte ich zu meinem Liebsten vor zwei Wochen, als er morgens zur Arbeit fuhr und im Anschluss auf ein Lehrgang ging. Er versuchte mich zu beruhigen und machte mir klar, dass er zwischen 0:00 und 1:00 wieder zu Hause sein würde. Aber ich musste ja ins Bett und konnte eigentlich nicht auf ihn warten. Am nächsten Tag erwartete mich nämlich eine 12h Schicht. Seit ich denken kann, ist es ein Problem für mich alleine zu schlafen. Und wenn, dann nur mit Licht. Klingt komisch. Nein, dass liegt an der Angst im Dunkeln. Ja, auch Erwachsene dürfen Phobien haben. Wenn mein Liebster und ich schlafen gehen, umarmt er mich. Das gibt mir das Gefühl von Sicherheit. Unsicherheit und die Furcht kommen ohne ihn zurück. Deshalb war es für mich auch so schlimm. Doch was steckt noch dahinter? Der Tag lag wie ein dunkler Schatten über mir. Dabei versuchte ich das Beste daraus zu machen. Nach der Arbeit ging ich Joggen. Danach warteten ein entspanntes Bad und Blogarbeit auf mich. Keine Ängste alleine in diesem Haus. Aber als er nach Hause kam, bin ich total ausgerastet. Habe ihm Sachen unterstellt und letztendlich brach ich zusammen.. Normal ist das nicht. Zum Glück, kann er damit umgehen. Trotzdem tut mir mein Verhalten leid. Ich möchte nicht klammern, aber tue es durch meine Erkrankung. Du musst lernen damit umzugehen. Es ist schon etwas besser geworden als es war, doch ich habe immer noch Probleme damit. 


Angst verlassen zu werden


Das Klammern kommt von der Sorge verlassen zu werden. Doch manchmal kann genau das auch der Grund sein, warum man irgendwann alleine ist. Es ist zwar nicht immer so leicht, aber du musst lernen damit umzugehen. Vertrauen ist die Basis jeder Beziehung. Leider wurde meins oft missbraucht. Mein jetziger Partner hat mir so oft gezeigt, dass ich ihm trauen kann. Trotzdem habe ich oft Angst. Im inneren weiß ich allerdings, dass ich auf ihn zählen kann. Durch meine Depression, sehe ich die Dinge dann manchmal doch wieder anders. Ängste und dumme Gedanken steigen in mir auf. Mein Liebster bekommt dann alles ab. An dieser Stelle muss ich einfach mal Danke sagen. Danke mein Schatz, dass du für mich da bist und immer zu mir stehst. Es ist nicht selbstverständlich so einen Partner zu haben. Umso dankbarer musst du sein.


Woher kommt die Angst


Wir werden nicht mit der Angst geboren, sie entwickelt sich im Laufe der Zeit. Warum ich Panik davor habe alleine zu sein, weiß ich nicht genau. Aber warum ich mir Sorgen mache verlassen zu werden, dessen bin ich mir bewusst. Seit dem Tot meines Opas wollte ich nie wieder so starke Gefühle zu einer Person entwickeln. Er war der wichtigste Mensch in meinem Leben und ließ mich einfach alleine. Wut und Trauer steigen in mir auf. Doch er konnte nichts dafür. Warum musste er nur krank werden? Es tut nach fast 16 Jahren immer noch so weh, wie am ersten Tag. Letztes Jahr musste meine Oma gehen. Wie viel Trauer kann ein Mensch ertragen? Immer wieder lodern Bilder und Erinnerungen in mir auf. Oft schmerzt es sehr. Es fühlt sich an, als würde jemand ein Messer in dein Herz rammen und darin herum bohren. Aber nicht nur der Tot kann uns zerstören. Mein Ex hat mich belogen und betrogen. Mir sogar Geld geklaut. Alleine das tat schon weh. Meine Gefühle zu ihm waren nie so stark wie zu meinem Liebsten. Solche Dinge lassen dich zweifeln und zerstören dein Vertrauen. Deshalb wollte ich mich nicht mehr verlieben. Wollte ein Schutzschild aufbauen um der Gefahr zu entkommen, wieder verletzt zu werden. Doch ich habe es nicht geschafft. Neben meiner Schwester ist er der wichtigste Mensch in meinem Leben geworden. Es würde mich zerbrechen, wenn ich ihn verlieren würde. Deshalb ist meine Furcht wieder da. Lerne damit umzugehen. Lebe im hier und jetzt. Denn mit der Angst im Nacken, kannst du kein glückliches und erfülltes Leben führen. 





Was sagst du zu diesem Thema? Kennst du diese Angst?


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36 Comments

  1. Ich bin Gott sei Dank ein Mensch der gerne allein ist, aber auch genauso froh ist, wenn er Gesellschaft habt.
    Wünsche dir ganz viel Kraft Liebes!

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  2. Oh ja diese Angst kenne ich nur zu gut! Ich kann einfach nicht alleine sein. Schon immer schwinge ich mich von einer Beziehung in die nächste, damit ich bloß nicht alleine sein muss. Aber ich arbeite daran, diese Angst endlich loszulassen und mich auch mal auf mich zu konzentrieren.

    Ein toller Text Liebes!

    Liebst, Sarah von Belle Mélange

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    1. Gut, dass ich nicht alleine bin. Ja, es ist wichtig, dass man damit umgehen kann.

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  3. Woah! Du hast aber richtig krasse Augen, total schön :)

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  4. Ups das war von dem falschen Konto :D also du hast tolle Augen und der Post ist sehr schön geschrieben. Mir gefällt, das du auch mal etwas schwierigere Themen ansprichst.

    Liebe Grüße
    Katharina

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  5. Hallo Michelle,
    Angst hat jeder Mensch.Für mich persönlich ist die Angst vor dem alleine sein Gott sei Dank nicht so vorhanden, da ich mich gut mit mir selbst beschäftigen kann. Ich habe viele Hobbys und kann schnell neue Kontakte knüpfen. Ich finde es schlimmer sich in einer Partnerschaft einsam und unverstanden zu fühlen und würde mich jeder Zeit trennen, wenn dem so ist. Ebenfalls lieber ALLEIN, als mit dem falschen Menschen oder halben Sachen. Jedoch habe ich dafür viele andere Ängste, die für viele andere Mensche komisch erscheinen mögen...
    Aber es ist doch schön zu lesen, dass du einen tollen Partner an deiner Seite hast, der deine Ängste zu nehmen weiß. ;-)
    http://www.instylequeen.de/

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    1. Da gebe ich dir recht, es ist wirklich schlimm mit jemandem zusammen zu sein, bei dem es dir schlecht geht. Das habe ich zum Glück auch gelernt.

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  6. Ich kenne diese Angst gut, nur leider hatte ich noch nie einen Partner gefunden der da an meiner Seite steht. Du hast es gut ;)

    Liebst,
    Andrea

    www.andysparkles.de

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    1. Das ist ja schade. Hoffe du findest den Richtigen.

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  7. Ein wichtiges Thema zu dem du echt schöne Worte geschrieben hast, Respekt dafür.

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  8. Ich kenne beide Seiten. Ich habe früher auch gern mal geklammert, aus Angst verlassen zu werden und das führte aber tatsächlich dazu, dass ich verlassen wurde. Denn klammern kann dem anderen die Luft zum atmen nehmen. Das habe ich in einer anderen Beziehung dann andersrum kennengelernt und habe mich auch von dem Menschen entfernen müssen, da es mir Angst machte.

    Ein gesunder Mittelweg ist das beste für beide. Danke für deine offenen Worte. Ihr geht sicher euren Weg. Versuch zu vertrauen, dann wird das alles gut.

    Liebe Grüße

    Christine

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    1. Das ist echt nicht schön. Man muss wirklich daran arbeiten und ich glaube, dass es gut wird.

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  9. Bei mir ist es mal so und mal so. Es gibt Tage, da möchte ich einfach nur alleine sein und es macht mir nichts aus, wenn es so ruhig um mich ist. Und dann gibt es Tage, da liebe ich den Trubel meiner ganzen Familie um mich herum. Aber ganz alleine möchte ich auch nicht sein ;-)

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    1. Bei mir gibt es auch Momente, da fühle ich mich alleine ganz wohl. Doch für immer möchte ich es nicht sein. :)

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  10. Respekt davor, dass Du dich so offen präsentieren kannst. Von seinen Ängsten zu wissen und die Kraft zu haben, das offen anzusprechen sind zwei sehr wichtige Punkte, die dir sicher helfen werden! Viele Menschen haben Ängste, aber die wenigsten gehen damit so offen und selbstbewusst um! Respekt!

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    1. Danke dir. Hat auch viel Zeit und Arbeit gekostet, so offen zu werden.

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  11. Ehrliche Worte. Schön geschrieben.
    Für Menschen, die keine Phobien haben, oftmals unverständlich. In der SS, hatte ich ne Phobien gegen Mücken ^^. Und Spritzen. Inzwischen ist das seltsamer Weise wieder weg.

    Alles liebe

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    1. Das klingt ja krass, aber man muss die Ängste respektieren. Selbst wenn sie für manche komisch wirken. Habe ja auch Angst vor Spinnen und andere finden die süß. :D

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  12. Ich werde bald in eine eigene Wohnung ziehen. Auf der einen Seite freue ich mich sehr darauf. Andererseits habe ich auch ein bisschen Angst davor, abends alleine schlafen zu gehen. Das macht mir schon ein bisschen Sorgen.

    Ich wünsche dir Alles Gute und viel Kraft.

    Liebste Grüße
    Carmen <3

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    1. Das glaube ich dir. Ist aber eine Erfahrung wert.

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  13. Ich bin auch ein absoluter Familienmensch und bin nicht so gerne alleine!
    LG Marie <3

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  14. Hallo liebes! Beim Lesen deines Postes habe ich richtig Tränen in die Augen bekommen. Ich weiss genau wie du dich fühlst. Nach dem Tod meiner Oma ging es mir genauso wie dir nach dem Tod deines Opas. Auch ich hatte eine Beziehung, die für mich sehr wichtig war und mein Ex hat mich auch belogen und betrogen. Ich weiss wie schlimm sich das anfühlt. Ich habe danach viel Zeit verbracht damit mich selbst wieder aufzubauen, nachdem ich mich zunächst total verloren hatte. Mir hat der enge kontakt zu meinen hunden dabei immer viel geholfen :) vielleicht magst du ja auch Tiere. Mit Hund ist man nie allein. Natürlich ist es viel Arbeit, aber so viel wie du zurück bekommst, ist es die Arbeit auf jeden Fall Wert.

    Danke für diesen ehrlichen Beitrag ❤

    xx Nicki
    Www.morningelegance.de

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    1. Danke für deine lieben Worte und es ist schön, dass ich dich berühren konnte. Das mit den Tieren kenne ich nur zu gut. Mir geht es mit meinen Katzen so :)

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  15. Ein wirklich bewegender Post. Verlustängste und Depressionen sind wirklich schwere Wegbegleiter und man kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man liebe Menschen an seiner Seite hat, die die Kraft und Ausdauer nicht verlieren, den Weg mit einem zu gehen! Ganz viel Kraft meine Liebe!
    Liebe Grüße, Mona

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    1. Danke liebe Mona, für deine netten Worte.

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  16. Alleine sein ist für mich auch schrecklich, ich könnte mir daher ein Leben ohne Partner gar nicht mehr vorstellen. Allerdings bin ich froh das ich Katzen habe, so ist der Alltag bzw die Zeit alleine nicht ganz so einsam und lange :)

    Alles Liebe,
    Janine

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  17. Hört sich ganz schrecklich an und es tut mir total leid, dass du mit solchen Phobien zu kämpfen hast und natürlich auch mit deiner Depression. Aber glücklicherweise hast du einen verständnisvollen Partner, der dir Rückhalt gibt - das ist so viel wert!
    Ich kenne diese Angst nicht, da ich sehr gerne manchmal alleine bin. Aber ich kann mir ein wenig vorstellen, wie es sich anfühlt. Muss echt schlimm sein. Lass dich nicht zu sehr runterziehen davon. Du bist super, so wie du bist :-) Alles Gute!

    Liebe Grüße, Eva
    http://www.thesophisticatedsisters.com

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  18. Hallo Michelle,
    ein ernstes Thema und es ist wirklich so, je mehr man klammert, desto schwieriger wird es für denjenigen, der umklammert wird. Das nimmt ihm die Luft zum Atmen. Es ist wichtig, jedem Menschen seine Freiheit zu lassen, aber ich kann Dich gut verstehen. Als ich noch wesentlich jünger war, hatte ich auch immer Angst, wenn mein damaliger Schatz unterwegs war. Ich denke, dass dies im Laufe der Zeit und wenn man Kinder hat, anders wird. Jetzt genieße ich es, wenn ich mal alleine bin, was so selten vorkommt.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

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  19. Ein wirklich sehr persönlicher Post & vielen Dank für die Einblicke. Ich bin glücklicherweise eine Person, die gut und gerne mal alleine ist und habe damit absolut kein Problem. Ich brauche auch einfach mal Zeit für mich, dabei kann ich wirklich neue Energie sammeln.

    Ich wünsche dir viel Erfolg, dass du deine Amgst in den Griff bekommst.

    Liebst, Elisa
    www.elisazunder.de

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  20. Danke für diesen ehrlichen Blogbeitrag. Es ist nicht einfach sich so etwas auch eingestehen. Ich denke dadurch dass du so selbstreflektiert mit dem Thema umgehst, hast du schon einen wichtigen Schritt getan.

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  21. Ohje. Fühl dich gedrückt Süße!
    Ich kenn das übrigens auch. Zwar nicht mit dem Verlassen bzgl. einer Beziehung, aber eben dem Tod. Bis vor ein paar Jahren konnte ich voller Stolz sgen, dass ich keine Angst vor dem Tod habe, doch mittlerweile macht man sich Gedanken. Was ist wenn einer meiner Lieben stirbt? Ich kann nie wieder mit ihnen sprechen? Nie wieder Spa haben? Nur in Erinnerung leben? Generell fällt es mir schwer loszulassen. Ich hinke immer dem "Was wäre wenn hinterher" und schaffe es immer wieder einen Weg zu finden die Schuld mir in die Schuhe zu schieben. Es muss immer irgendetwas gegeben haben das ich getan habe, sei es noch so nichtig, was diese oder jene Situation verursacht hat. Entsprechend muss ich michauch bei kleineren Streitigkeiten rechtfertigen weil ich immer Angst habe missverstanden zu werden. Im Gegensatz zu deinem Liebsten, hat meiner dafür nicht immer Verständnis. Er weiß das zwar alles, sagt aber es ist mein Problem. Das macht mich traurig und lässt mich Zweifeln, bringt mich letztlich wieder dazu zu hinterfragen was ich falsch gemacht habe...ein endloser Kreislauf.
    Du bist nicht alleine.
    Und zum Thema Depression hat mein Arzt grade etwas ziemlich tiefsinniges zu mir gesagt.
    Menschen sindd wie eine Bank. Wenn du wegen eine Party o.Ä. zu wenig geschlafen hast, kannst du dir von deinem Körper die Paar stunden vorstrecken lassen. Irgendwann ist aber das Dispo erschöpft und nichts geht mehr.
    Wenn man also bspw. Beruflich keine Kraft tanken kann und auch privat nicht, ist der Akku irgendwann einfach leer und alles zwerbricht.
    Obwohl Außenstehende sagen könnten "Wieso?, die hat doch alles?" "Ihr Leben ist doch gar nicht so anstrengend" - ich hoffe ich konnte das irgendwie rüberbringen.
    Wie dem auch sei - ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft!
    Liebe Grüße,
    Tama <3

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  22. wow das klingt echt hart ... ich verstehe dich aber auch in manchen punkten. vor ein paar jahren litt ich noch unter einem sehr schwachen selbstbewusstsein und habe das damit überspielt, dass ich mich profilieren wollte. ich wollte also überhaupt keine schwäche zeigen, was dann natürlich zum problem wurde, als ich einen nervenzusammenbruch erlitt. zeig deine ängste. rede darüber. vor allem mit deinem freund. ich glaube aber, dass er ein sehr verständnisvoller mensch ist. da hast du viel glück. aber versuche, dich selbst aufzubauen. denke darüber nach, warum es so ist. vielleicht würde dir auch eine regression helfen. mir hat es damals sehr viel geholfen.
    wenn du magst erzähle ich dir mehr darüber.

    liebe grüße
    dahi

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